Velothon Berlin

27.06.2017 15:15

Nach dem ich im Jahr 2015 schon einmal am Velothon teilgenommen habe und ich damals schon begeistert war von der Atmosphäre wollte ich dieses Jahr unbedingt wieder in Berlin am Start stehen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit in und um Berlin auf komplett gesperrten Straßen Rennluft zu schnuppern.

Gesagt getan ging es zusammen mit dem Teamkollegen Christian Sonnabend der mittlerweile schon zum 9.mal am Start stand am Sonntag früh auf in die Hauptstadt. Mit Christian hatte ich jemand an der Seite der selbst schon einmal den Velothon Berlin gewinnen konnte. Wie sollte es also anders sein unterhielt man sich unterwegs über paar taktische Dinge und wer wie und wieviel so die letzten Jahre trainiert hat. Irgendwann sagte er dann mal „Stev da muss aber langsam mal bisschen mehr passieren“ :-)

Da meine Form dieses Jahr deutlich gestiegen ist und ich mit der ersten Saisonhälfte schon mehr als zufrieden war sollte und musste es auch mal in eine Fluchtgruppe klappen auch weil die letzten Jahre meistens eine solche bis ins Ziel durchgekommen ist. Dank Martin (RC Dresden) und Marcus (Picardellics) die beide auch mit von der Partie waren standen wir etwa in der Mitte von Startblock A. Kurze Zeit später ging es dann pünktlich um 10.30 Uhr mit circa 3300 weiteren Fahrern auf die 120 km Runde.

Auf den ersten Kilometern hieß es dann erstmal Positionen gutmachen um nach ganz vorn ans Feld zu gelangen um Stürzen aus dem Weg zu gehen und für eventuelle Ausreißversuche mit von der Partie zu sein.

Bei Km 5 im vorderen Teil des Feldes angekommen wurden hin und wieder Attacken verschiedener Fahrer initiiert die aber alle sofort wieder vom Feld neutralisiert wurden und so bog man geschlossen in Richtung Havelchausee.

Als wir circa bei Km 15 waren meinte Christian nur zur mir „Du musst weiter vor“ und ich machte mich außen am Feld vorbei bis ganz an die Spitze denn kurz danach am ersten leichten Anstieg wurde das Tempo erhöht.

Als im darauffolgendem Anstieg 2 Mann attackierten reagierte ich sofort und schloss mich dieser an und zusammen mit einem weiteren Fahrer setzten wir uns vom Feld ab. 3 km später gesellten sich noch 5 weitere Fahrer zu uns.

Zu neunt darunter 3x RSV Werner Otto inkl. Gastfahrer von Strassacker, OSC Potsdam, 2x Italien, 1x Polen und Martin vom RC Dresden waren wir quasi international besetzt ;-) Anfangs noch mit kleineren Abstimmungsschwierigkeiten funktionierte die Gruppe von KM zu Km immer besser aber lange war das Feld immer in Sichtweite und ich zweifelte ob der Versuch erfolgreich sein wird.

Nur mühselig vergrößerte sich der Vorsprung von anfangs 30 Sek. auf 1:30 Minute den wir so lange Zeit halten konnten. Auf der Schnellstraße zurück in Richtung Berlin musste Martin dann leider dem hohen Tempo Tribut zollen und reißen lassen.

Ich selbst hoffte das wir mindestens 1 Minute Vorsprung mit in die Stadt nehmen was ein erfolgreiches durchkommen ziemlich wahrscheinlich werden lässt. Genauso sollte es auch kommen und als wir das Rollfeld Tempelhof passierten und vom Begleitfahrzeug die Durchsage kam immer noch 1:30 Vorsprung waren noch 20 km zu fahren. Diese letzten Kilometer durch Berlin versuchte ich noch mehr oder weniger zu genießen wer weiß ob man das nochmal so erlebt als Führungsgruppe durch Berlin zu jagen ;-)

Etwa 1 km vorm Ziel attackierte dann der erste Fahrer aber ich war mit meiner Kraft so am Ende das ich da nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Mit einem 7. Platz und dem Rennverlauf war ich mehr als zufrieden und freue mich schon auf nächstes Jahr. Christian rollte noch mit der ersten großen Verfolgergruppe als 68. ins Ziel.

Mit Sportlichen Grüßen Stev