15. September 2018 - KING OF THE LAKE 2018

15.09.2018 10:00

Heuer sagt der Österreicher. Heuer war ich, Jens, mal wieder am Start in Oberösterreich bei Europas größtem Einzelzeitfahren rund um den Attersee, dem King of the Lake. Es ist die beim ersten Start vor zwei Jahren erlebte einzigartige Atmosphäre, die mich wieder hierher verschlug. Und ich hatte ja auch sozusagen noch einen Startplatz frei. 

Frei hatte ich ihn deshalb, da ich aus gesundheitlichen Gründen meinen geplanten Start in 2017 nicht wahrnehmen konnte. Und in Folge dieser Gründe musste ich seit Sommer 2017 anvisierte persönliche Ziele auf ärztliches Anraten hin neu nivellieren.  Neu nivellieren für Training, Jahresleistungen und entsprechend auch für den KOTL (King of the Lake, wie ihn Insider nennen :-)). Es galt nur noch das persönliche Ziel zu erreichen, Platzierung relativ unwichtig. Für die persönliche Zufriedenheit halt. Und den Spass halt - wenn man davon reden kann ;-).

Es ist glaube ich auch genau diese einzigartige Stimmung hier am Attersee, die so viele Starter nunmehr zum 8. Mal auf den 47km langen Rundkurs um den See lockt. Es ist die Organisation der Veranstaltung, angelegt wie für Profis. Es gibt die große Fanzone mit Videowand im Start- / Zielbereich, es gibt Fanzonen in den Ortschaften unterwegs mit jubelnden Zuschauern, es gibt Zwischenzeitnahmen, Festkameras und Motorradkameras für Bilder von unterwegs. Das Ganze auf vollgesperrter Strecke. Und es gibt ebend heuer ca. 1275 Starter, die im 15- bzw. 30-Sekundentakt in die MZF- und EZF-Wettbewerbe starten.

Ich hatte dieses Jahr mal das Zeitfahrrad zu Hause gelassen, eine Richtzeit für den Wettbewerb U50/ Zeitfahrrad hatte ich ja aus dem Jahr 2016. Dieses Mall wollte ich wissen, wie schnell ich auf dem normalen Rennrad unterwegs sein kann. Eine gewisse Richtung hatte ich von einer Nach-KOTL-Fahrt im Jahr 2016 mit meinen Sportfreunden Tino Beck und Peter Pawlus, als wir zu dritt am Sonntag danach die Strecke nochmals abgerissen hatten. Ein 37er Schnitt allein gegen die Höhenmeter und den Wind sollten es werden. Tino und Peter waren auch wieder mit vor Ort und wir hatten insgesamt ein paar schöne Tage vor uns.

Am Donnerstag vor dem Wettkampf, meinem Anreisetag, wollte ich nochmal antesten, ob dies realistisch ist. Ein knapp 35er Schnitt ließ mich leicht zweifeln. Also mussten für den Samstag 10% mehr Leistung, Wettkampfmodus und der Tune-Laufradsatz noch den Rest bringen. Freitag fiel für mich jegliches Training aus, um ja am Samstag ausgeruht zu sein. Das hat sich in der Vergangenheit bei mir positiv ausgewirkt, entgegen dem sonst üblicherweise verbreiteten "Anschwitzen", welches viele betreiben.

Trotz zurechtgelegter Taktik für den Samstag wusste ich mit dem letzten Piepen der Startuhr trotzdem wieder nicht, wie ich den Startberg angehe. Die Zeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten der weit früher gestarteten "Mitbewerber" im Kopf versus das Wissen, dass man sich auf den ersten Metern dort bereits in die Asche fahren kann, zerissen mich innerlich. Nach 100 Metern der Unsicherheit, welche auch auf dem einen Foto vom Start als scheinbares "ich gehe es mal gemütlich an" zum Ausdruck kommt, entschied ich mich zu Vollgas.

Diese Entscheidung rächte sich etwa 11 Minuten später, es kam leider zu einem Leistungseinbruch und brauchte etwa 15 weitere Minuten um wieder meine mir eigentlich bekannten Leistungswerte abrufen zu können. Naja, etwas verrissen sozusagen. Das Positive an der Geschichte ist, dass ich mich auf der letzten ca. halben Runde dennoch wohlgefühlt habe, es lief sozusagen, auch die Anstiege hoch bei denen ich jetzt immer den Leistungsmesser im Auge hatte, um nicht noch  einmal zu überziehen. 

Und im Ziel dann dennoch die große Erlösung: Mission accomplished.! Zeit 1:16:07,16h Schnitt 37,2km/h! Platz 32 AK U50m Rennrad. JA!

Auch einen herzlichen Glückwunsch an den diesjährigen King, Marcus Baranski aus dem deutschen Norden.

Fazit: Wieder ein tolles Erlebnis, großes Danke für an die Atterbiker. Mein Zimmer bei Eva, in meiner favorisierten Wohlfühlpension, habe ich für 2019 bereits wieder gebucht. Dann ganz sicher in der AK U60m :-( und wahrscheinlich mal wieder mit dem Zeitfahrboliden.

Kommt gesund über den Winter! Jens ...