09. September 2017 - Abschlussrennen des Lausitzcup in Ponickau

01.11.2017 09:30

Zwei Rennen - zwei Sichtweisen, von Gilbert zum Hauptrennen und von Michael zum Seniorenrennen.

Letztes Rennen in der Lausitzcup Serie und das Ziel war klar. Dritten Platz in der Teamwertung sichern!

Für mich bedeutet das maximale Punkte beisteuern und damit noch einmal überlegt und taktisch ein Rennen anzugehen. Eigentlich hatte ich für dieses Rennen, dass von den Picardellics in Ponickau ausgerichtet wird, alle Freiheiten, da mein Gesamtsieg in der Ü40 Klasse schon vorher sicher war - doch in der Teamwertung war unser Vorsprung auf die ungewünschte Holzmedaillie einfach zu gering.

Auf dem Programm standen für uns, Christian, Mirco, Philip und mich, fast 100km einer windanfälligen relativ flachen Strecke. Fast mit dem Startschuss gingen die ersten Attacken und schon nach kurzer Zeit konnten sich vier Fahrer aussichtsreich absetzten. Da ich mir im anfänglich recht großen Feld nicht ganz sicher war, informierte ich mich erst einmal bei anderen Fahrern, wer sich denn absetzen konnte.

Die Rennsituation war schlecht für uns. Vier Fahrer der vier Teams, die in der Gesamtwertung um uns herum lagen, waren vorn weg. Das Hauptfeld hatte deshalb zum größten Teil wenig Interesse den Ausreißern nachzusetzen und es wurde zeitweise ein echtes Bummeltempo angeschlagen. Unser Team war leider schon zahlmäßig nicht so stark vertreten, um allein die Situation zu ändern. Für mein Altersklassenwertung war aber alles noch in Ordnung. Kein Konkurrent bei den Ausreißern. Ab diesen Zeitpunkt hatte ich alle Rückennummern, die an kommenden Ausreißversuchen beteiligt waren, im Blick und konnte passend reagieren.

Philip war immer in der ersten Hälfte des Feldes zu finden und fuhr aufmerksam Ausreißern nach, oder versuchte es selbst. Zur Hälfte des Rennens war klar, dass wir die Ausreißer nicht mehr einholen werden und der wohl stärkste Fahrer in meiner Ü40 Klasse, Mathias Reinfried von den Picardellics wollte bei seinem Heimrennen noch etwas Spass haben und fing an in einer Tour Ausreißversuche zu starten. Da ich merkte, trotz eines Sommers fast ohne Training, noch ein paar Reserven zu haben, versuchte ich mitzugehen und mit wegzufahren. Doch wir hatten eine kein Glück. Das Feld schloß die Lücke immer wieder.

Kurz vor Ende des Rennens konnte sich noch mal eine kleine Gruppe absetzen, doch ohne Fahrer meiner Altersklasse und so lief es auf einem Zielsprint hinaus. Und auf einmal war Mirco da. Ihn hatte ich fast das ganze Rennen nicht gesehen und nun in der letzten Runde am letzten Anstieg war er da, spannte sich vor das Feld und zog es, nachdem er feststellte, dass ich in seinem Windschatten war, mit ordentlich Anzug in Richtung Ziellinie. Somit konnte ich relativ von vorn den Zielsprint ausfahren, damit den Sieg in der Altersklasse und die wichtigen Punkte für die Teamwertung holen.

Zusammen mit den anderen guten Ergebnissen unseres Teams konnten wir uns aber nicht sicher sein, ob es für die Teamwertung reichte, da die Konkurrenten auch nicht geschlafen haben. Alle zehn Finger wurden bemüht und doch kam die Erleichterung erst bei der Siegerehrung. Platz drei war sicher. Das Rennen ist immer liebevoll organisiert, im Anschluss ist ein Verpflegungsstand zu finden, der jede ausladende Kaffeetafel bei Oma alt aussehen lässt und zur Siegerehrung waren Geschenke am Start, die einem nachträglich noch das Gefühl gaben: „Hätte ich mich mal noch mehr angestrengt.“

Gilbert

Das letzte Rennen im Lausitz Cup – Seniorenrennen – Ponickau

Nachdem ich ja in diesem Jahr nicht viel trainiert und mir auch keine Ziele gesteckt hatte stand ich vor dem letzten Rennen, mit nur drei Punkten Abstand zum Dritten, ganz gut auf dem 4. Platz. Das bedeutet, dass ich nur eine Position vor meinem Konkurrenten, Carsten Hüttel vom ESK Berlin, ins Ziel komme musste. Ein superstarker Fahrer im EZF und unschlagbar in den Bergen aber im Sprint konnte ich ihn noch immer besiegen. Theoretisch sah es also ganz gut aus mit dem 3. Platz in der Gesamtwertung…

Leider kommt es meist anders als geplant. Das Rennen ging ziemlich ruhig und gleichmäßig über 10 Runden. Carsten machte den größten Teil der Führungsarbeit alleine und ab der zweiten Runde versuchte ich jedes Mal am Berg das Tempo hoch zu nehmen um die Gruppe zu verkleinern. Dies gelang auch einigermaßen. Aber immer als wir oben waren schauten sich alle nur an und keiner wollte ernsthaft weiter fahren um die kleine Lücke zum Wegfahren zu nutzen. Also kam es am Ende zum Sprint einer kleinen Gruppe von 12 Fahrern.

Auf der Zielgeraden wehte ein ziemlich starker Gegenwind, weshalb es wichtig war, möglichst lange im Windschatten zu warten – genau das, was mir immer schwer fällt. So auch diesmal. Viel zu früh ging ich an die Spitze und wollte das Rennen entscheiden. Aber kurz vor dem Zielstrich ging mir die Puste aus und 4 Fahrer konnten mich noch abfangen. Auch Carsten Hüttel kam 0,043 Sekunden vor mir ins Ziel, so dass ich in der Gesamtwertung doch nur den 4. Platz belegen konnte. Herzlichen Glückwunsch an Matthias Krüger, welcher den Sprint gewinnen konnte..

Alles in allem wieder ein sehr schönes Rennen was die Picardellics da organisiert haben. Da kommen wir doch alle gerne wieder ;-)

Michael