05. Mai 2019 - BLÜTENLAUF KAMENZ

13.05.2019 15:20

Rennbericht Kamenzer Bergradrennen 2019, verfasst von Steffen Langer

Zum Auftakt in den Lausitzcup war das Team DIE FAHRRAD-KETTE am Sonntag beim Kamenzer Bergradrennen am Start, welches im Rahmen des Lausitzer Blütenlaufs ausgetragen wird. Bei kühlen Temperaturen, aber heiterem Wetter fanden sich Christian Sonnabend, Christian Guhlemann, Martin Leinert, Mathias Funke, Gilbert Gabriel und Steffen Langer zusammen, um die Sache unter die Räder zu nehmen. Zudem Jens Peter, der Fotos knipste, und Solveig Gabriel als Capitain de Route und Betreuerin neben der Strecke

Der Rennverlauf gestaltete sich so, dass sich schon in der ersten Runde eine vierköpfige Spitzengruppe absetzte, die sich drei Runden lang wacker vorn hielt. Auch die Sprintwertung in Runde zwei machten die Fahrer der Gruppe unter sich aus, da im Feld nicht konsequent genug nachgefahren wurde. Auch wir begnügten uns damit einige Male mit durch die Führung zu fahren, aber alles ohne dabei viele Kräfte zu verpuffen

Für uns wurde es in Runde vier interessant. Vor dem Rennen hatten wir ausgemacht, dass wir nach der Sprintwertung mal den Hebel ansetzen und versuchen wegzufahren. Da ich im Zielanstieg in einer der ersten Positionen war und sich meine Beine ganz gut anfühlten, ging ich in den Unterlenker und trat mal richtig auf’s Gaspedal. Als ich mich nach der Wertung umdrehte, hatte ich schon eine kleine Lücke zu den anderen Konkurrenten. Da das Feld zudem schon etwas zerrissen war, fuhr ich erstmal allein weiter. Über den etwas längeren Anstieg, welcher etwa auf der Hälfte der 13 km langen Runde kam, fuhr ich problemlos drüber, danach eine kurze Abfahrt, gefolgt von einer leicht welligen Drückerpassage. Auf eben dieser hörte ich jemanden von hinten meinen Namen rufen - es war Christian Sonnabend, der sich vom Feld gelöst hatte und zu mir nach vorn fuhr.

Ich nahm etwas Tempo raus, um ihn aufschließen zu lassen. Wir fuhren noch das wellig Stück und die folgende Abfahrt zusammen, mussten aber einsehen, dass wir gegen das inzwischen wieder geschlossene Feld nicht wirklich eine Chance haben und ließen uns einholen, um im Windschatten kurz durchschnaufen zu können und die nächste Attacke vorzubereiten. In der letzten Runde fuhr ich in den vorhin schon angesprochenen Anstieg auf Rundenmitte gleich von unten mit ordentlich Tempo rein. Ich konzentrierte mich darauf einen runden, zügigen Tritt zu fahren, ohne richtig in den roten Bereich zu kommen, um über die Kuppe das Tempo nochmal ordentlich erhöhen zu können und mit ordentlich Schub in die Abfahrt fahren zu können und dann den Schwung gleich auf das wellige Teilstück mitzunehmen. Das klappte, denn die 15s Lücke, die ich auf der Kuppe hatte, wurde größer.

Ich beschloss einfach zu fahren ohne mich umzuschauen. Beim Blick auf den Tacho sagte mir die angezeigte Geschwindigkeit, dass das Feld nicht näherkommen würde, wenn wieder nur halbherzig nachgeführt wird. Das dies genau so geschah war mein Glück. Auf die Abfahrt, nach der die vorherige Aktion mit Christian neutralisiert wurde, folgt ein ekliges 3-4 km langes Flachstück, über freies Feld und durch den Ort Wiesa. Dort hatte ich zusätzlich mit leichtem Gegenwind zu kämpfen, was es mir erschwerte, einen hohen Rhythmus zu fahren, ohne dabei zu überziehen.

Ca. 500 m vor dem Zielanstieg drehte ich mich das erste Mal um und es war kein Feld zu sehen. Also fuhr ich weiter, auch im Anstieg drin war keiner zu sehen. In diesen Situationen hab ich irgendwie immer so ein bissel Panik, weil man ja nicht sieht, wie schnell die hinten fahren und mit Schwung aus dem Feld heraus kann da ein Gegner schnell mal 30s gutmachen. Heute hatte ich aber so viel Vorsprung, dass keiner mehr von hinten herankam. Wie sagt Jean Claude Leclercq immer: „…so sind die Siege am schönsten!“ - recht hat er :-)!

Vier unserer Fahrer konnten sich heute unter den ersten 10 platzieren! Gilbert, der Verletzungsbedingt noch nicht bei 100% ist, belegte einen starken 3. Platz (2. AK). Christian Sonnabend, der unermüdlich gearbeitet hat wurde 11. (7. AK) Bei Martin zeigt die Formkurve auch nach oben, er wurde 15 (10.AK). Auch Christian Guhlemann und Mathias Funke kämpften sich über die 6 Runden und rollten als 23. AK und 10. AK über die Ziellinie. Für mich gab es neben dem Sieg noch das Leader Trikot des Lausitzcup und das Trikot des besten Sprinters.

Danke an das Team! Schön, dass ihr auf und neben der Rennstrecke - vor, während und nach dem Rennen - dabei seid … da macht es gleich doppelt so viel Spaß!! Sport frei!

Euer Steffen