01. Juli 2017 - Zillertal Bike Challenge

01.08.2017 10:32

Als ich und meine Familie letztes Jahr auf dem Rückweg vom Gardasee noch ein paar Tage Station in Kaltenbach machten, kamen wir gerade am Finaltag der Zillertal Bike Challenge im Zillertal an. Da dieses Jahr die Ferien wieder genauso lagen, war der Plan schnell gefasst – 2017 bin ich dabei!

Die Bike Challenge besteht aus 3 Etappen. Die Gesamtlänge ist ca. 190km bei 9100 hm. Für alle denen das zu hart ist, gibt es die Möglichkeit die Etappen mittels Seilbahnnutzung zu verkürzen, was für mich und meinen Begleiter Steffen vom Görlitzer Post SV natürlich nicht in Frage kam. Die Start- und Zielorte liegen nicht weit auseinander, so dass man die Unterkunft nicht wechseln muss. Man schraubt sich jeden Tag etwas das Zillertal hoch bis man am 3. Tag am Hintertuxer Gletscher auf 2660 m ankommt.

Beim Studium der Strecke kam bei mir die erste Enttäuschung. Es waren fast keine Trails enthalten und man ist sehr viel auf Asphalt unterwegs. Im Zillertal angekommen war die Wetterprognose für die 3 Renntage eher suboptimal. Es war sehr viel Regen & Gewitter angesagt. Schon beim Holen der Startnummern schüttete es wie aus Eimern. Auch in der Nacht vor der ersten Etappe wurde ich mehrfach durch das Trommeln des Regens auf das Hotel wach.

Etappe 1: Fügen – Zell am Ziller 76,6km 2887hm

Der Wettergott hatte Mitleid mit uns und Steffen und ich konnten zwar auf nassen Straßen, aber trocken von oben zum Start rollen. Das Starterfeld bestand hauptsächlich aus Deutschen, Österreichern und Holländern und war auch mit jeder Menge Profis besetzt. Die 4000 Euro Preisgeld locken...

Pünktlich um 9 Uhr fiel der Startschuss und wir nahmen den ersten 1500hm Anstieg unter die Stollenreifen. Zunächst auf Asphalt, später auf Schotter schraubten wir uns Meter für Meter Richtung Spieljoch und später Richtung Hochfügen. Von Hochfügen ging es eine langweilige Abfahrt nach Kaltenbach runter und meine Frau konnte mir eine neue Flasche reichen. Außerdem war das die Gelegenheit die vorsorglich mitgenommene Regenjacke loszuwerden da mittlerweile die Sonne schien.

Kurz hinter Kaltenbach begann der zweite und letzte Anstieg des Tages, nochmal 1500hm von Stumm aus zu Kreuzjochhütte. Der Anstieg war relativ langweilig, ich kurbelte schön konstant nach Wattmesser den Berg hoch ohne mich total zu verausgaben, es sollten ja noch 2 Etappen kommen. Der erste Teil der Abfahrt ging wieder auf Forstwegen bergab, allerdings bogen wir nach der Hälfte der Abfahrt in die künstlich angelegte Downhillstrecke oberhalb von Zell ein. Ich kannte den Trail gut und konnte dort noch paar Plätze gut machen. So rollte ich nach 4:15h ins Ziel. Steffen kam kurz später und wir traten den Rückweg zum Hotel an. Mittlerweile regnete es wieder in strömen.

Etappe 2: Zell am Ziller – Mayrhofen 60km, 2524hm

Wieder hatten wir Glück und konnten erneut trocken zum Start rollen, die Regenjacke lies ich dieses mal gleich zu Hause. Eigentlich sollte die Etappe von Zell aus über das Übergangsjoch (2500m), den Isskogel nach Gerlos und dann über den Panoramaweg zurück nach Zell und anschließend flach im Tal nach Mayrhofen führen. Da es am Übergangsjoch und am Isskogel aber in der Nach kräftig geschneit hatte, wurde die Etappe verkürzt. Statt 70km mit 3100 hm sollten es nur noch 51km mit 2100hm werden.

So starten wir über den Rohrberg Richtung Rosenalm und statt dem Übergangsjoch fuhren wir über die Skipiste an der Karspitze wieder nach unten. Oben war eine Extrarunde angekündigt die 800hm beinhalten sollte. Schon bei der ersten Auffahrt zur Rosenalm begann ich zu rechnen und merkte, dass das mit den Höhenmetern nicht stimmen kann, denn schon nach der ersten Runde hatte ich zu viele. Die extra Runde hatte aber dennoch 800hm so dass es am Ende 2500hm waren-

Nach der Abfahrt nach Zell ging es flach entlang der Ziller nach Mayerhofen. Ich war zunächst allein, aber bald kamen noch 2 Mann von hinten und wir kreiselten nach Mayrhofen. Am Ende war ich froh in Mayrhofen angekommen zu sein, denn es begann kurz darauf wieder zu regnen.

3. Etappe Mayrhofen – Tuxer Fernerhaus 51km 3030hm

Die Rennleitung wollte sich für die 3. Etappe offen lassen, ob die Schneelage es zulässt, bis zum Gletscher zu fahren oder ob auch diese Etappe eher endet. Morgens dann die Nachricht, dass doch die volle Etappe ansteht. Die Etappe verlief über den Penken, dann eine kurze Abfahrt ins Tuxer Tal und anschließend der finale Aufstieg zum Gletscher. Für die Ankunft am Gletscher waren 0°C und leichter Schneefall angesagt.

Da überlegt man schon zweimal was man morgens anzieht. Ich entschied mich auf Grund der feuchten Witterung mit Nieselregen für kurze Hosen, da nasse Beinlinge auch nichts bringen. Für die 800hm lange Abfahrt vom Penken hatte ich die Regenjacke eingepackt. Nach dem Start in Mayrhofen merkte ich meine Beine auf Grund der ersten 2 Etappen schon gewaltig und ich entschied den ersten Anstieg locker zu fahren um für den Schlussanstieg noch genug Körner zu haben. Vor dem Schlussanstieg machten mir viele Angst, die extra 32er oder 30er Kettenblätter montierten. Da ich mich eigentlich nicht so schlecht fühlte und am Abend zuvor ehrlich gesagt auch zu faul war noch am Rad zu schrauben hatte ich das 34er drauf gelassen.

Auf dem Penken regnete es und war auch sehr kalt, so kam die Regenjacke doch noch zum Einsatz um mich in der Abfahrt halbwegs warm zu halten. Nach der Abfahrt ging es mäßig bergauf bis Hintertux. Dort wartete die Familie und ich nahm für den letzten Anstieg eine Flasche und entledigte mich überflüssiger Klamotten.

Meine Erwartung war, dass es nach Hintertux schon gleich richtig steil hoch geht, da die Kilometer schon fast verbraucht aber noch jede Menge Höhenmeter übrig waren. Tatsächlich ging es aber bis Km 47 nur sehr gemächlich bergauf. Das bedeute für mich, dass ich auf den verbleibenden 4km noch 700hm klettern musste. Nach der Sommerbergalm ging es dann richtig los. Da ich mir noch paar Reserven aufgespart hatte, ging das aber noch relativ gut zu bewältigen. Die meisten mussten schieben aber ich konnte bis auf ein 50m langes Stück alles fahren, wenn auch teilweise nur mit einer 50er Trittfrequenz.

Von dem vom Veranstalter angekündigten tollen Ausblick auf die Gletscherwelt hatte ich leider nichts, der Nebel lies einen nur ca. 50m weit sehen. Irgendwann waren aber auch die letzten Höhenmeter erklommen und ich rollte zufrieden am Tuxer Fernerhaus durchs Ziel, wo die Familie schon wartete und mich mit trockenen Klamotten versorgte.

Fazit:

Die Zillertal Bike Challenge ist eine super organisierte Veranstaltung mit sehr hochkarätigem Starterfeld. Fahrtechnik braucht man eher selten, dafür können alle die gerne bergauf fahren sich richtig austoben. Bei entsprechendem Wetter hat man sicherlich auch einen super Panoramablick.

Sieger wurde der deutsche Meister Markus Kaufmann in 8:42h Für mich sprang mit gut 3,5h Rückstand am Ende Platz 81. in der Gesamtwertung raus - was exakt meiner Startnummer entsprach.

Nächstes Mal würde ich mich um eine niedrigere Startnummer bemühen....

Kette Rechts! Mathias